Rotarmisten

im Kriegsgefangenen-Reservelazartett Zeithain

Zur Versorgung kranker sowjetischer Kriegsgefangener baute die Wehrmacht im Hauptlager ein Krankenrevier auf. Zusätzlich wurde sechs Kilometer entfernt ein Lazarett für schwer kranke und ansteckende Gefangene eingerichtet. Im Herbst 1941 brach unter den unterernährten Gefangenen eine Ruhr- und Fleckfieberepidemie aus. Die geplante Trennung und Isolierung ansteckender Kranker wurde aufgegeben. Gleichzeitig erkrankten viele Kriegsgefangene an Tuberkulose, die zur Zwangsarbeit überall im Deutschen Reich verteilt lebten. Schlechte Lebensbedingungen begünstigten die Ausbreitung der Infektionskrankheit in den Unterkünften
an den Zwangsarbeitsorten. Die Wehrmacht musste neue Kapazitäten schaffen. Die Wahl fiel dafür im September 1942 auf Zeithain. Die Umwandlung in das größte Kriegsgefangenen-Reservelazarett im Deutschen Reich mit 7.700 Betten war im März 1943 abgeschlossen. Fortan wurden schwer erkrankte Kriegsgefangene mit wenig
Aussicht auf Heilung in Zeithain konzentriert. Die medizinische Versorgung übernahmen größtenteils gefangene Sanitäterinnen und Ärztinnen der Roten Armee. Es fehlte an Medikamenten, ausgebildetem Personal sowie an fließendem Wasser. Die massive Unterernährung der immungeschwächten Gefangenen vergrößerte das Leid. Nach Kriegsende verstarben noch 451 befreite sowjetische Soldaten in Zeithain.

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