Fundort

Das Gelände des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers Zeithain liegt heute in einem Naturschutzgebiet in der Gohrischheide. In Sichtweite des Dorfes Jacobsthal befand sich von 1941 bis 1945 das Kriegsgefangenenlager Zeithain. Der an der Ostseite des Lagers gelegene Bahnhof Jacobsthal diente auch dem An- und Abtransport von Gefangenen. Nach der Befreiung des Lagers am 23. April 1945 warteten die ehemaligen Kriegsgefangenen auf die Rückkehr in die Heimat. Von Mai bis Dezember 1945 wurde das Lager Teil eines sogenannten Repatriierungslager. Sowjetische Bürger*innen, die als ehemalige Zwangsarbeiter*innen, KZ-Gefangene und Kriegsgefangene zwangsweise nach Deutschland verschleppt worden waren, wurden hier untergebracht, um in die Heimat zurückgeholt zu werden. Ab Anfang 1946 wurden die Gebäude des früheren Kriegsgefangenenlagers abgetragen. Das Lagerareal diente fortan der sowjetischen Armee als Fahrübungsgelände für Panzer. Nach dem Abzug der russischen Truppen aus Zeithain 1992 endete die militärische Nutzung der Fläche.
Die Fundorte der abgebildeten Objekte befanden sich alle auf dem Areal des ehemaligen Lagers. Bei den Fundstellen handelt es sich um angelegte Müllgruben in Geländevertiefungen und gemauerten Abwassersammelbecken der einstigen Latrinen an der Nordgrenze des ehemaligen Lagers. Sie sind mutmaßlich im Zuge der Auflösung und des Abbruchs aller Gebäude verscharrt worden.

Map data from OpenStreetMap

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